20.01.2019, von Rudi Herold

Schneechaos in Süddeutschland

Der Ortsverband Schwabach war mit drei Einsätzen im Schneechaos involviert.

Das Jahr begann mit Schnee – mit sehr viel Schnee. Im gesamten Voralpenraum lag der Schnee mehrere Meter hoch. Die örtlichen Einsatzkräfte waren mit dem Räumen der Dächer, Einschätzen der Statik von Gebäuden, Freiräumen von Straßen, Beseitigen von Schneebruch und dem Räumen von Schneemassen mit Radladern beschäftigt. Der Schnee wurde nicht weniger, die Situation spitzte sich zu. Fünf Landkreise (Bad-Tölz, Berchtesgadener Land, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Traunstein) haben zwischenzeitlich den Katastrophenfall ausgerufen. Der Bedarf an Helfer wurde immer größer, so dass nach und nach alle 111 bayerische Ortsverbände eingebunden waren – im Durchschnitt sind 1.000 THW-Helfer im Einsatz gewesen – in Spitzenzeiten bis zu 1.400.

Unser Ortsverband wurde am 10.01 gegen 18:00 Uhr alarmiert. Angefordert war eine Bergungsgruppe zum Beräumen von Dächern. Diese rückte unter der Leitung von Sebastian Vogel (Gruppenführer) noch in der Nacht um 4:00 Uhr mit dem GKW und einem MTW aus, da sie gegen 8:00 Uhr am Meldekopf in Übersee/Chiemsee erwartet wurden. Nach kurzem Frühstück ging es weiter zu den Einsatzstellen nach Reit im Winkel. Zusammen mit den Ortsverbänden Ansbach, Roding und rund 15 Feuerwehrhelfern räumten sie das Dach vom hiesigen Wasserwerk, Heizkraftwerk sowie einem Privathaus frei, welches stark einsturzgefährdet war. Für die Arbeit wurde die Mannschaft in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe ist auf dem Dach und räumt, die zweite Gruppe ruht sich aus.  Nach rund 30 bis 45 Minuten wird gewechselt. Für das Arbeiten wurden verschiedene Techniken erprobt. Bewährt hat sich das „Schneiden“ der Schneemassen mit einem Blechschild und anschließendem schieben mit einer Schneewanne. Während den Arbeiten waren die Helfer entweder an Fixpunkten auf dem Dach oder an einem Kran gesichert. Die Gefahr abzurutschen oder gar mit dem Dach einzustürzen ist einfach zu groß. Der geplante Einsatz endete am Sonntagabend. Nachdem die Passstraße frei gegeben wurde, konnten unsere sieben Helfer die Rückfahrt zum Ortsverband antreten. Sie kamen am 13.01 spät Abend erschöpft zurück.

Die Bergungsgruppe war noch nicht zurück, wurde die Beleuchtungsgruppe alarmiert. Diese fährt am 13.01 früh unter der Leitung von Günther Sommer Richtung Geretsried. Neben dem MLW und MTW führen sie den Lichtmastanhänger mit, um großflächig Einsatzstellen auszuleuchten. Mit vier weiteren Beleuchtungsgruppen unterstützten sie die Arbeiten bei Nacht.

Der dritte und letzte Einsatzauftrag für unseren Ortsverband beauftragte Berit Kreibich, Mitglied im Media-Team Bayern, die Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes Bayern vom 15.01. bis 18.01 zu unterstützen. Sie stimmte ihre Einsatzorte direkt mit der örtlichen Einsatzleitung Berchtesgadener Land ab. Ihre Aufträge umfassen das Erstellen von Text- und Bildmaterial, welches für Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden kann.  

Es sind alle Helfer wieder gesund – aber geschafft – von ihren Einsätzen zurückgekehrt. Vielen Dank an die jeweiligen Arbeitgeber, die ein so kurzfristiges Freistellen ermöglichen konnten.  

 

Ein Bericht zu dem Einsatz ist auch im Schwabacher Tagblatt erschienen.


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